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Ebinea ist eine junge Frau, die aufgrund ihrer Schlankheit etwas größer wirkt, als ihre 1 Schritt 74. Ihre dunkelbraunen, kurzen Haare liegen glatt, wie eine Kappe um ihren Kopf, wenn sie nicht durch eine Kapuze, welche sie aus Berufsgründen öfter trägt, verdeckt werden. Das Auffälligste an ihrem Gesicht sind die schwarzen, intelligenten Augen, die aus dem hellen Gesicht hervorstechen und oft unruhig hin und her wandern, um alles um sie herum mitzubekommen. Das Gesicht ist eher schmal und wird beherrscht von klassischen Gesichtszügen: eine große, schmale, imponierende Nase, kantiges Kinn, hohe Backenknochen. Eine Schönheit ist Ebinea nicht gerade, aber das macht ihr nichts ausmacht. Und wenn sie etwas will, kann sie ihren besonderen Charm so geschickt einsetzen, daß es den meisten dann schwerfällt, ihr eine Bitte abzuschlagen.
Ebineas Kleidungsstücke bestehen aus einer gut sitzenden dunkelbraunen Lederhose, die schon etwas verschlissent, aber wahnsinnig bequem ist und nicht die Bewegungsfreiheit einschränkt. Oben trägt sie ein kurzärmliges, naturfarbenes Stoffhemd und eine hellbraune leichte
Lederweste darüber mit vier kleinen Taschen. Meistens wirft sie sich noch
einen Kapuzenumhang aus dunkelgrauem, groben, strapazierfähigem Stoff über, der mit einigen versteckten Innentaschen ausgestattet ist. Abgerundet wird die Kleidung durch ein paar leichte Lederstiefel, die auf alle Fälle nicht am schnellen Laufen hindern.
An der linken Seite trägt Ebinea einen Degen, an der rechten Seite einen Dolch und ein Wurfmesser. Im Normalfall sind diese Waffen aber durch den bis an die Knie reichenden Umhang großteils verdeckt und werden nie groß zur Schau gestellt.
Bei Ebinea fallen ihre schnellen, geschmeidigen Bewegungen auf, das Reaktionsvermögen bei unerwarteten Situationen und ihre langen, schlanken Finger, mit denen sie geschickt
umzugehen weiß - was so mancher Spieler beim Kartenspiel oder
Würfeln fluchend zur Kenntnis genommen hat.
Ebineas Geburtsort ist Bethana, eine kleine Stadt im Lieblichen Feld. Aufgewachsen ist sie in der elterlichen Hütte. Die Mutter Kala Wompe und der Vater Ulor Wompe sind einfache Handwerker, die ihren Lebensunterhalt mit der Hertstellung von Holzgefäßen jedlicher Art bestreiten. Alle Kinder, Ebinea hat zwei Brüder und eine Schwester, mußten so früh wie möglich zum Lebensunterhalt beisteuern. Sie halfen entweder in der elterlichen Werkstatt oder mußten einen anderen "vernünftigen" handwerklichen Beruf erlernen. Im Gegensatz zu ihren Geschwistern, die vom gleichen Gemüt wie ihre Eltern sind - bescheiden, arbeitssam und zufrieden, wenn genug zum Essen und ein warmes Feuer vorhanden ist - macht sich Ebinea nicht gerade sehr viel aus strebsamer Arbeit. Vielmehr versuchte sie zu verschwinden, wenn ihr eine Arbeit zugeteilt wurde und war nie um eine Ausrede verlegen. Sie hatte einfach keine Lust schon wieder irgendeine blöde Lauge anzurühren, die das Holz haltbarer machte. Öde !
Lieber brachte sie ihre Zeit auf dem Markt zu, um all die schönen Dinge zu sehen, die sich ihre Familie nicht leisten konnte. Es kam immer öfter vor, daß sie kleine Dinge mitgehen ließ, am Anfang nur Lebensmittel, später ein Paar Schuhe, Handspiegel, eine kleine Vase, usw. Sie hatte dabei kein schlechtes Gewissen, denn die anderen waren ja so reich und hatten so viele schöne Dinge - da war es nur recht und billig, daß man sich auch was davon nehmen durfte. Ebina wurde lange Zeit nicht erwischt, bis sie zu selbstsicher wurde und man sie auf frischer Tat ertappte. Aufgrund ihres jungen Alters und der durchaus glaubhaften, tränenreichen Beteuerungen kam sie gerade noch einmal davon. Ebinea wurde in die Lehre zu einem Töpfer geschickt, der dafür bekannt war, dass er seine Lehrlinge gut überwachte und streng bestrafte. Diese Lehrzeit war ein einziger Graus für Ebinea. Die Lehrlinge wurden in der Nacht eingesperrt und Ebinea lernte einiges über Schlösser. Als eines Tages Ebinea aus Versehen einen Krug zerbrach -
komischer Weise war sie beim Töpfern nie so geschickt, wie auf dem Marktplatz - gab es eine gehörige Tracht Prügel. Das Mass war voll: Ebinea lief weg. Sie wollte auf keine Fall zurück zu ihrer Familie. Sie wollte frei umherziehen und keiner monotonen Arbeit nachgehen. Aufregung und Herausforderung war es, was sie wollte. Am frühen Morgen fuhr Ebinea bei einem Händler mit, der auf dem Weg nach Kuslik war. In Kuslik schloß sie sich einer Gruppe von Taschendieben an, lernte viel Tricks, wie man sich verteidigt und mit Waffen umgeht. Ein Jahr später packte sie bereits wieder die Lust des Unbekannten und sie begann allein durch Aventurien zu wandern.
Bis sie eines Tages ein angeblich unbewachtes, kostbares Kleinod der Magierakademie in Gerasim stehlen wollte. Der Versuch, in ihrem jugendlichen Leichtsinn, sich mit einer Akademie anzulegen ging schief. Die scheinbar so lockeren Sitten der Akademie täuschten. Die Spektabilitäten beschlossen, dank ihrer Menschenkenntnis Ebinea eine Chance zu geben : Entweder verpflichtete sie sich für die Akademie 3 Jahre lang untentgeltlich zu arbeiten und dabei Aufträge jedlicher Art auszuführen oder sie würde der Gerichtsbarkeit unterstellt. Und Ebinea wußte, was sie als Diebin vor Gericht zu erwarten hätte. Ebinea willigte ein und reiste im Auftrag der Akademie durch das Land. Man machte ihr sehr glaubwürdig klar, daß die Magier Mittel und Weg hatten, im Fall einer "Flucht", sie aufzuspüren und ihrer gerechten Strafe zuzuführen. Dieser Vertrag entwickelte sich für Ebinea gut. Sie wurde anständig behandelt, konnte frei reisen und die Leute waren eigentlich ganz freundlich. Überhaupt behagte Ebinea die Lebensweise in Gerasim ganz gut, auch wenn es ein paar sehr langweilige Tage gab. Dafür waren einige der Aufträge sonderbar und teilweise gefährlich. So zog sie sich einmal eine böse Wunde zu, die trotz fachgerechter Behandlung eine Narbe an der Außenseite ihres rechten Oberarmes zurückließ. Diese Narbe verschwand in einer Zwergenbinge auf wundersame Weise. Kein Zeichen einer Verwundung ist auf ihrem Körper zu finden.
Niemand weiß so genau, wo sich Ebinea gerade herumtreibt.
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